Palley1995

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Abgesehen der folgenden Kritikpunkte ist das Paper deswegen lesenswert und gut, weil es zwischen "wage share" (wage vs. profits) und "wage distribution" (worker's wage vs. manager's wage) unterscheidet. Abgesehen der folgenden Kritikpunkte ist das Paper deswegen lesenswert und gut, weil es zwischen "wage share" (wage vs. profits) und "wage distribution" (worker's wage vs. manager's wage) unterscheidet.
-* das Cambridge Post Keynesian (CPK) Model in der Form von Kaldor hat absurde Basisannahme (S. 3: "Kaldor took output as exogenously given and equal to its full emplayment level. Given that AD must still equal output, Kaldor argued that in the long run income distribution would adjust. Rather than having output adjust to income distribution, as in the short run Kaleckian model, income distribution adjusts to ensure a level of AD consistent with full employment income."+* das Cambridge Post Keynesian (CPK) Model in der Form von Kaldor hat absurde Basisannahme (S. 3: "Kaldor took output as exogenously given and equal to its full emplayment level. Given that AD must still equal output, Kaldor argued that in the long run income distribution would adjust. Rather than having output adjust to income distribution, as in the short run Kaleckian model, income distribution adjusts to ensure a level of AD consistent with full employment income.")
* Palley betont, dass die Einkommensverteilung von der Sparneigung der Arbeitnehmer abhängt. Ein derartiger Zusammenhang ist sicherlich gegeben (Zinseffekt!). Wie absurd die Basisannahme "full employment" aber ist, wird einer seiner Schlussfolgerungen deutlich (S. 4): "This interest increases capitalists incomes, necessitating a reduction in the profit share to maintain full employment." * Palley betont, dass die Einkommensverteilung von der Sparneigung der Arbeitnehmer abhängt. Ein derartiger Zusammenhang ist sicherlich gegeben (Zinseffekt!). Wie absurd die Basisannahme "full employment" aber ist, wird einer seiner Schlussfolgerungen deutlich (S. 4): "This interest increases capitalists incomes, necessitating a reduction in the profit share to maintain full employment."

Aktuelle Version

Abgesehen der folgenden Kritikpunkte ist das Paper deswegen lesenswert und gut, weil es zwischen "wage share" (wage vs. profits) und "wage distribution" (worker's wage vs. manager's wage) unterscheidet.

  • das Cambridge Post Keynesian (CPK) Model in der Form von Kaldor hat absurde Basisannahme (S. 3: "Kaldor took output as exogenously given and equal to its full emplayment level. Given that AD must still equal output, Kaldor argued that in the long run income distribution would adjust. Rather than having output adjust to income distribution, as in the short run Kaleckian model, income distribution adjusts to ensure a level of AD consistent with full employment income.")
  • Palley betont, dass die Einkommensverteilung von der Sparneigung der Arbeitnehmer abhängt. Ein derartiger Zusammenhang ist sicherlich gegeben (Zinseffekt!). Wie absurd die Basisannahme "full employment" aber ist, wird einer seiner Schlussfolgerungen deutlich (S. 4): "This interest increases capitalists incomes, necessitating a reduction in the profit share to maintain full employment."
  • S. 6: "An exogenous decrease in the level of competition increases the mark-up and shifts the MM schedule up. this also lowers the euqilbrium profit rat and rate of capacity utilization." >> Warum reduziert ein geringerer Wettbewerb und deshalb höherer mark-up die "equilibrium profit rate"?
  • S. 6: "An increase in worker bank borrowing shifts the steady-state IS schedule downs, and lowers the quilibrium profit rate and rate of capacity utilization." >> Warum? Als Begründung muss wiederum die negative Verteilungswirkung der Zinszahlungen herhalten. Hierbei ergeben sich aber zwei Fragezeichen: 1.) Die verringerte Sparquote (und das ist stärkeres bank borrowing) erhöht die Nachfrage und müsste deswegen gleichzeitig auch zu höheren Profiten und stärkerer Kapazitätsauslastung führen. Es ist nicht von vornherein klar, welcher Effekt überwiegt. 2.) erscheint es verkürzt, einen derartigen Zusammenhang ohne Blick auf das Niveau der Sparquote bzw. des "bank borrowing" zu postulieren.
  • S. 7: Als wichtigste Determinante der Rate von Workers-Wage zu Managers-Wage (Ww/Wk) nennt Palley Technologie. Das mag für die Statik ceteris paribus zwar gelten, offenbart aber ein krudes, fast noch maschinenstürmerisches Technologieverständnis und ignoriert die Binsenweisheit, das Technologischer Wandel die Basis für Wirtschaftswachstum, Wohlstand, Produktivität und alles andere ist. Von dem Thema, dass ein (aggregiert) höheres Technologieniveau einer Wirtschaft höhere Anforderungen an die Ausbildung der Arbeistkräfte stellt und deren Verhandlungsmacht dergestalt sogar eher erweitert als verringert.

Andererseits ist es in der statischen Sicht der Keynsianer natürlich nur konsequent, Technologie als negativ umverteilend zu interpretieren. Bei der folgenden Aufzählung an Einflussfaktoren fehlt taxation (Steuerprogression!), sofern man sie nicht implizit im "social safety net" enthalten ansieht, und zwar sowohl direkte als auch indirekte Steuern mit ihren total unterschiedlichen aber offensichtlichen Verteilungswirkungen. Fraglich bleibt bei alledem, ob die capacity utliziation nicht dennoch ein großer einflussfaktor, und zwar über die erwähnte "bargaining power" bleibt bzw. bleiben sollte.

  • Besonders fragwürdig ist behauptung eines monoton positiven Zusammenhangs zwischen reinvestiertem Kapital und Profit. S. 8: "The level of retention is a positive function of profits. In addition, the retained profit ratio is positively related to the dividend tax rate, as a higher tax encourages firms to hold on to profits." Die Begründung dafür folgt auf S. 10.: "Increases in the dividend pay-out, resulting from lower taxes on dividends or a change in …rms’decisions, shift the IS schedule up. They are therefore expansionary, raising the pro…t rate and capacity utilization. (...) Increased dividend payouts reduce …firms' ’saving by a full dollar, but households only save a part of the increase in dividends. Consequently, aggregate saving decreases, and AD increases."

Zentral ist also hierfür widerum die Ansicht, dass Investment gleich Sparen ist.

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